Sie sind hier: Startseite > Gemeinde > Historie

Kontakt

Gemeinde Grafenberg
Bergstraße 30
72661 Grafenberg
Telefon (0 71 23) 93 39-0
Fax (0 71 23) 93 39 33

Historie

Die Geschichte Grafenbergs

Die ersten Siedlungsspuren in Grafenberg wurden auf dem Berg selbst gefunden. Sie deuten auf eine Besiedlung durch den Menschen der Jungsteinzeit (ca. 3500 v. Chr.) hin.
Archäologische Funde lassen vermuten, dass rund 3000 Jahre später eine Besiedlung durch die frühen Kelten stattfand.

Jungsteinzeitlicher Fund der sogenannten Michelsberger Kultur (um ca. 3500 v. Chr.) vom Grafenberg: Werkzeug aus Feuerstein.

Es gilt als sicher, dass eine befestigte Anlage auf dem Berg gestanden hat. Ihre Aufgabe ist aber weitgehend unbekannt. Sie könnte sowohl eine steineren Wehrbaut als auch ein befestigter Herrenhof gewesen sein. Die erste urkundliche Nennung Grafenbergs geht auf das Jahr 1246 zurück. Damals forderte der Grafenberger Pfarrer eine Ausnahmegenehmigung durch Papst Innozenz IV., die dieser auch erteilte.


Früher erfolgte eine Einteilung des Ortes in zwei Teile: den “vorderen” und den “hinteren” Berg. In den Frühzeiten der Siedlung dehnte sich der Ort nur im vorderen Berg, also rund um die Kirche, an der heutigen Bergstraße bis zur Höhe des Rathauses, aus. Damals standen 10 Häuser, die Kirche und das Pfarrhaus, sowie die Kelter. Durch eine spätere Bevölkerungsexplosion dehnte sich der Ort auch in Richtung Süden aus.

Der Weinbau spielte als wichtiger Erwerbszweig eine große Rolle. Die Grafenberger hatten aber keine günstigen geologische Voraussetzungen, denn der Berg bietet aufgrund seines Basalttuffbodens keine guten Anbaubedingungen. Trotzdem warf der Anbau von Wein und Handel mit Neckarwein Gewinn ab. Die Kelter selbst wurde 1475 erstmals urkundlich erwähnt und ist heute noch Zeitzeuge.

Früher war fast jeder Grafenberger in der Landwirtschaft beschäftigt. Manche Haupt- und einige Nebenberuflich. Es gab große soziale Unterschiede innerhalb der Dorfbevölkerung. Dies zeigte sich zum einen in der Größe der Lehen und zum anderen besaßen viele ärmere Bauern nicht einmal ein eigenes Wohnhaus und arbeiteten als Taglöhner bei größeren Bauern. Zudem mussten die Bauern an ihre Grundherren, die Grafen bzw. Herzöge von Württemberg auch Zehnt leisten. Hierbei diente der kleine Zehnt als Besoldung des Grafenberger Pfarrers. Die Zehntfrüchte lagerte man in der Zehntscheuer im Ort, die der Kirche gehörte. Die Zehntscheuer wurde erstmals 1525 erwähnt. Noch heute erinnert sie an diese Zeit.

Da bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts nur der ortsansässige Pfarrer des Lesens und Schreibens mächtig war, wurde 1582 eine deutsche Schule zusammen mit Großbettlingen eingerichtet. Diese bot nun die Chance, dass auch Kinder von Bauern und Handwerkern ein gewisses Maß an Bildung erhalten konnten.

Ab dem 1600 Jahrhundet hatte Grafenberg dann eine eigene Schule, in die bis zur Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1649 nur Jungen gingen. Die Schule war eigentlich nur im Winter gut besucht, denn die meisten Kinder mussten bei der Pflanz- und Erntearbeit helfen.

Die Bevölkerungszahlen waren in Grafenberg, selbst Anfang des 20. Jahrhunderts noch relativ gering. Im Jahr 1603 waren es 242 Personen. Nach dem 30jährigen Krieg hatte sich die Bevölkerungszahl vor allem durch die Pest um 1/3 dezimiert.

Auszüge einer Pfarrbesoldung aus dem Jahre 1628

Im Jahr 1921 zählte der Ort knapp 700 Einwohner. In der Mitte des 20. Jahrhunderts erfuhr Grafenberg ein ständiges Bevölkerungswachstum. So wohnten zu Beginn des Jahres 1965 = 1391 Personen in Grafenberg.

Zehn Jahre später war die Zahl auf 1838 gestiegen. 1985 wurden am Jahresbeginn 2100 Einwohner verzeichnet und zur Zeit wohnen rund 2700 Personen im Ort.